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Anhörung zu Ethik- und Religionsunterricht im Berliner Schulausschuss

Axel Bußmer

Am Donnerstag, den 22. Mai 2008, beschäftigte sich der Schulausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses mit dem Anliegen von Pro Reli.

Anschließend berichteten die Berliner Morgenpost, die Berliner Zeitung, der Tagesspiegel, Neues Deutschland und die taz ("Rot-Rot verhandelt mit Gott") darüber.

 

In der taz gab es einen lesenswerten Kommentar von Gereon Asmuth zu dem Anliegen:

Die Kirchen wollen nun per Volksentscheid durchsetzen, dass Schüler ausschließlich den von ihrer jeweiligen Sichtweise geprägten Unterricht besuchen dürfen. (...)

Doch der Senat muss einen religiös geprägten Wahlkampf nicht fürchten. Im Gegenteil. Er könnte, vom Glauben an die Richtigkeit des überreligiösen Ethikunterrichtes überzeugt, darauf vertrauen, dass dieser bei einer Volksabstimmung auch den Segen der rational denkenden Basis bekäme.

 

Die Berliner Zeitung schrieb unter der Überschrift "Wahlpflichtfach Religion/Ethik abgelehnt":

Die Mehrheit auf dem Expertenpodium war knapp, aber klar gegen die Einführung eines Wahlpflichtfachs Religion und Ethik. Bei einer Anhörung im Schulausschuss des Abgeordnetenhauses sprachen sich gestern drei der fünf Fachleute für die bestehende Regelung aus: Religion bleibt ein Fach, das freiwillig belegt wird; Ethik ist Pflichtfach für alle von der siebten Klasse an. (...)

Für Michael Bongardt vom Institut für vergleichende Ethik an der FU bietet die jetzige Konstruktion die Chance, das friedliche Zusammenleben in einer pluralen Gesellschaft überhaupt zu ermöglichen. "Die Zeichen mehren sich, dass das gefährdet ist", sagte Bongardt. Der Grund sei die wachsende Sprachlosigkeit zwischen den verschiedenen Kulturen. Damit Kinder die eigene Herkunft und Traditionen verstehen, sei es "höchst sinnvoll", an den Grundschulen allein Religionsunterricht anzubieten, sagte Bongardt. Der Ethik-Unterricht habe dagegen eine andere Funktion, nämlich zwischen den verschiedenen Traditionen zu vermitteln. "Das ist etwas völlig anderes als Religionsunterricht, daher gehören sie auch nicht in ein Wahlpflichtfach zusammen." Die jetzige Rechtslage sei daher vorbildlich.

 

Das Wortprotokoll der Anhörung finden Sie hier.